Die Februar-Werte der PMI-Indizes deuten auf eine unerwartete Belebung im europäischen Privatsektor hin, angetrieben vor allem durch den ersten Anstieg der Aktivität in der deutschen Industrie seit 44 Monaten. Während der Euroraum und Großbritannien eine Beschleunigung verzeichnen, zeigt die Wirtschaft der Vereinigten Staaten Anzeichen von Atemnot. Der amerikanische Aktivitätsindikator fiel auf den niedrigsten Stand seit zehn Monaten, was Experten auf die negativen Auswirkungen eingeführter Zölle auf die Betriebskosten der Unternehmen zurückführen.
Deutsche Industrie mit Durchbruch
Der PMI-Index für die Industrie Deutschlands stieg auf 50,7 Punkte und beendete damit die seit 2022 andauernde Abwärtsspirale dank einer starken Erholung der Exportnachfrage.
Verlangsamung in den USA
Der amerikanische PMI-Index fiel auf 52,3 Punkte, was den niedrigsten Stand seit 10 Monaten darstellt; Ursache sind hohe Betriebskosten und Zolltarife.
Rückgang der Erzeugerpreise
In Deutschland sanken die Preise bei den Produzenten um 3,0 % im Jahresvergleich, was auf günstigere Energie zurückzuführen ist und Hoffnung auf weitere Stabilisierung der Inflation gibt.
Britischer Marktoptimismus
Großbritannien verzeichnete einen PMI-Anstieg auf 53,9 Punkte, was die schnellste Expansionsrate seit April 2024 bedeutet, trotz Stellenabbau.
Die neuesten Wirtschaftsdaten vom Februar 2026 bringen den lang erwarteten Durchbruch in Europa, bei gleichzeitiger Verschlechterung der Stimmung jenseits des Atlantiks. Das Schlüsselereignis ist die Rückkehr des deutschen Produktionssektors auf den Wachstumspfad. Der PMI für die Industrie Deutschlands stieg auf 50,7 Punkte und überschritt damit erstmals seit August 2022 die 50-Punkte-Marke. Dieses Phänomen zog die gesamte Region mit sich; der zusammengesetzte Indikator für die Eurozone erreichte einen Wert von 51,9 Punkten, was deutlich über den Erwartungen der Analysten liegt. Antriebskraft war die Erholung der Exportnachfrage sowie die Stabilisierung der Energiepreise, die in Deutschland um 3 % im Jahresvergleich fielen und damit den stärksten Rückgang seit fast zwei Jahren verzeichneten. Eine völlig andere Situation herrscht in den Vereinigten Staaten. Der zusammengesetzte PMI-Index für die dortige Wirtschaft sank auf 52,3 Punkte von 53,0 Punkten im Januar. Obwohl sich der amerikanische Privatsektor weiterhin entwickelt, ist das Tempo dieser Expansion das langsamste seit zehn Monaten. Unternehmer verweisen auf steigende Produktionskosten, was eine direkte Folge von Handelskriegen und eingeführten Zolltarifen ist. Obwohl der Oberste Gerichtshof der USA kürzlich einen Teil davon aufgehoben haben soll, bleibt der Einfluss der Marktunsicherheit auf Aufträge und Beschäftigung sichtbar. In Großbritannien scheint die Situation hingegen stabil – der PMI stieg auf 53,9 Punkte, obwohl dortige Dienstleistungsunternehmen über Stellenabbau als Reaktion auf höhere Steuern der Labour-Regierung berichten. Die deutsche Wirtschaft, traditionell die Lokomotive Europas, kämpfte seit der russischen Invasion in die Ukraine im Jahr 2022 mit einer Energiekrise und strukturellen Problemen, was zur längsten Industrierezession seit Jahrzehnten führte. Optimismus in Europa ist auch an den Kapitalmärkten zu sehen. Europäische Aktienindizes verzeichnen die vierte aufeinanderfolgende Woche mit Gewinnen, was das Vertrauen der Anleger in die Nachhaltigkeit der aktuellen Belebung widerspiegelt. Es ist jedoch zu beachten, dass die Situation innerhalb der Europäischen Union weiterhin differenziert ist. Während Deutschland und die baltischen Staaten vom Export profitieren, oszilliert der PMI in Frankreich weiterhin an der Grenze zur Stagnation (49,9 Punkte), ohne dauerhaft in die Wachstumszone zurückkehren zu können. Analysten betonen, dass für die weitere Konjunktur die Aufrechterhaltung des Abwärtstrends der Erzeugerpreise entscheidend sein wird, was den Zentralbanken eine weitere Lockerung der Geldpolitik ermöglicht.