Die Lage im Nahen Osten hat sich nach einem Drohnenangriff auf die US-Botschaft in Saudi-Arabien und einer weiteren Angriffswelle auf Teheran drastisch verschlechtert. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu argumentiert, dass ein sofortiges militärisches Handeln notwendig sei, um das iranische Atomprogramm zu stoppen. Washington hat seine Bürger aufgefordert, die meisten Länder der Region umgehend zu verlassen, während sich die Kämpfe auf Afghanistan, den Libanon und die Gewässer des Golfes von Oman ausweiten.

Die Lage im Nahen Osten ist in eine Phase eines offenen, multilateralen Konflikts eingetreten, der über die bisherigen Rahmenbedingungen von Stellvertreterkriegen hinausgeht. Ein entscheidender Wendepunkt war der Drohnenangriff auf die Botschaft der Vereinigten Staaten in Riad, der einen Brand auf dem Gelände der diplomatischen Vertretung auslöste. Die Regierung von Donald Trump kündigte eine entschlossene Reaktion an, und Außenminister Marco Rubio begründete die präventiven US-Angriffe auf Iran mit der Notwendigkeit, Teheran eine Vergeltung für frühere israelische Angriffe unmöglich zu machen. Unterdessen setzt Israel seine „Angriffswelle” auf Ziele in Teheran selbst fort, und Premierminister Benjamin Netanjahu versuchte in einem Interview mit Fox News zu überzeugen, dass ein Unterlassen von Maßnahmen innerhalb weniger Monate zu einer Situation führen würde, in der das iranische Atomprogramm „unantastbar” würde. Die Beziehungen zwischen Iran und Israel sind seit der Islamischen Revolution 1979 feindselig, doch direkte Gefechte in diesem Ausmaß stellen eine Abkehr von der jahrzehntelangen Strategie des Schattenkriegs dar. Gleichzeitig vervielfachen sich die Kampffronten. Die iranische Marine soll alle Einheiten im Golf von Oman im Zuge einer US-Operation verloren haben, was eine faktische Seeblockade des Landes bedeutet. Besorgniserregende Meldungen kommen auch aus Afghanistan, wo Explosionen in Kabul und Gefechte an der Grenze zu Pakistan verzeichnet wurden, was auf eine Destabilisierung der gesamten Region Zentralasiens hindeutet. Im Libanon ruft die israelische Armee Zivilisten zur Evakuierung aus der Umgebung des Sitzes des mit der Hisbollah verbundenen Senders Al-Manar auf, was die Befürchtungen vor einer großangelegten Bodeninvasion verstärkt. Der libanesische Botschafter in Frankreich äußerte offen die Sorge, dass israelische Truppen bald die Grenze überschreiten könnten. <przypis title=