Europäische Börsenparkette verzeichneten drastische Verluste nach der Eskalation des bewaffneten Konflikts im Iran. Innerhalb von nur zwei Tagen sind über 870 Milliarden Euro vom Markt verschwunden, und die Indizes in Mailand und Madrid sind um fast 4 Prozent eingebrochen. Der rasante Anstieg der Öl- und Erdgaspreise verstärkt die Befürchtungen vor einer Rückkehr hoher Inflation, was Anleger zu einem massiven Ausstieg aus risikoreichen Anlagen und einer Flucht in sichere Häfen veranlasste.

Enorme Kapitalverluste

Innerhalb von zwei Tagen sind von den europäischen Börsen über 870 Milliarden Euro an Marktwert verschwunden.

Drastischer Anstieg der Energiepreise

Der Krieg im Iran verursachte einen sprunghaften Anstieg der Öl- und Gasnotierungen, was Befürchtungen über eine neue Inflationswelle weckt.

Schwäche Südeuropas

Die Börsen in Mailand und Madrid verloren am meisten und verzeichneten in einer Sitzung Verluste von etwa 4 Prozent.

Druck auf Anleihen

Die Rendite italienischer BTp-Anleihen steigt und der Spread gegenüber deutschen Anleihen erreicht neue Höchststände.

Die Eskalation der Kriegshandlungen im Nahen Osten, insbesondere der Angriff auf den Iran, führte zum schwersten Verkauf auf den europäischen Kapitalmärkten seit fast einem Jahr. Anleger aus dem gesamten Kontinent zogen ihr Kapital in Eile ab, was zu einem Rückgang des Marktwerts von Unternehmen um die schwindelerregende Summe von 870 Milliarden Euro innerhalb von nur zwei Handelstagen führte. Am stärksten betroffen waren die südeuropäischen Märkte – der italienische FTSE MIB-Index und der spanische IBEX 35 schlossen die Sitzung mit Verlusten von über 3,9 %. Der deutsche DAX fiel erneut unter die psychologische Marke von 24.000 Punkten und verlor innerhalb von zwei Tagen fast 7 % seines Wertes. Analysten betonen, dass der Markt mit panischer Angst vor einer dauerhaften Störung der Energieversorgung reagierte, was sich direkt in zweistelligen Preisanstiegen für Öl und Erdgas niederschlug. Die Lage im Nahen Osten stellt seit Jahrzehnten den bedeutendsten Risikofaktor für die Weltwirtschaft dar, und zwar aufgrund von Schlüsseltransportwegen wie der Straße von Hormus, durch die etwa 20 % des globalen Ölverbrauchs fließen.Gleichzeitig mit dem Einbruch am Aktienmarkt beobachteten Anleger besorgniserregende Signale am Rentenmarkt. Die Renditen von Staatsanleihen, einschließlich der italienischen BTp-Papiere, begannen stark zu steigen, was zu einer Ausweitung der Risikomarge, des sogenannten Spreads gegenüber deutschen Bundesanleihen auf ein Niveau von 72 Basispunkten führte. Obwohl die amerikanische Wall Street während der Sitzung versuchte, einen Teil der Verluste wieder wettzumachen, bleibt die globale Stimmung stark bärisch. Ein Szenario eines sich hinziehenden Konflikts stellt die bisherigen Wachstumsprognosen für die Eurozone in Frage und droht mit dem Phänomen der Stagflation. „Europa affonda con timori escalation, Milano la peggiore con Madrid” (Europa geht unter mit Angst vor Eskalation, Mailand am schlechtesten mit Madrid) — Marktanalyst (Il Sole 24 ORE)Im Schatten der großen Politik und des Börsencrashs versuchen wenige Akteure, ihre Entwicklungspläne fortzusetzen. Ein Beispiel ist das deutsche Unternehmen Gabler, ein Anbieter von Systemen für U-Boote, das trotz der ungünstigen Marktlage den Börsengang vorantreibt. Für den größten Teil des Industrie- und Technologiesektors bedeutet die derzeitige Situation jedoch eine drastische Abwertung. Experten warnen, dass, wenn der Konflikt nicht schnell auf diplomatischem Weg beigelegt wird, der Energiesektor der einzige Nutznießer der Krise werden könnte, während der Rest der Realwirtschaft die Auswirkungen des rapiden Anstiegs der Produktions- und Transportkosten zu spüren bekommt.

Perspektywy mediów: Liberale Medien legen größeren Wert auf systemische Inflationsrisiken und die Notwendigkeit eines Eingreifens der Europäischen Zentralbank zur Unterstützung der Wirtschaft. Konservative Medien betonen die Notwendigkeit einer Stärkung der Energie- und Verteidigungsunabhängigkeit und kritisieren die übermäßige Abhängigkeit von Rohstoffen aus dem Osten.