Der International Football Association Board (IFAB) hat während seiner jährlichen Versammlung in Wales ein Paket von Regeländerungen gebilligt, das bei der kommenden Weltmeisterschaft 2026 in Kraft treten wird. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Erweiterung der Befugnisse des VAR-Systems um die Überprüfung von Eckstößen und zweiten gelben Karten. Außerdem wurden strenge Zeitlimit-Mechanismen eingeführt, um absichtliches Zeitvergeuden bei Einwürfen und Spielerwechseln zu eliminieren.
Erweiterte Rolle des VAR-Systems
Videoschiedsrichter können ab sofort bei zweiten gelben Karten eingreifen und Eckstöße überprüfen, die zu einem Tor führen.
Zeitlimit für Spielunterbrechungen
Eingeführt wurden 15-Sekunden-Limits für Einwürfe sowie zeitliche Restriktionen für Spieler, die das Feld verlassen.
Kampf gegen Provokationen
Neue Vorschriften, das sogenannte „Vinicius-Gesetz”, sehen Strafen für das Zuhalten des Mundes bei der Beleidigung von Gegnern vor.
Umsetzung bei der WM 2026
Alle neuen Regeln gelten ab dem ersten Spiel der Weltmeisterschaft in Nordamerika.
Das für die Fußballregeln zuständige Gremium IFAB hat historische Entscheidungen getroffen, um die Fairness und Dynamik von Fußballspielen zu erhöhen. Während der Sitzung in Cardiff wurden Änderungen gebilligt, die sich direkt auf den Verlauf der Weltmeisterschaft 2026 auswirken werden. Die größte Debatte löst die Erweiterung des VAR-Protokolls aus. Ab sofort können Videoschiedsrichter die Korrektheit der Vergabe eines Eckstoßes (wenn unmittelbar danach ein Tor fällt) sowie die Berechtigung der Zeigung einer zweiten gelben Karte überprüfen. Dies entschied oft über das Spielgeschehen, lag aber bisher außerhalb der Zuständigkeit des Systems. Die zweite Säule der Reform ist der kompromisslose Kampf gegen Zeitvergeudung. Die IFAB hat ein Countdown-System für Einwürfe (Limit 15 Sekunden) und für das Verlassen des Spielfelds durch ausgewechselte Spieler eingeführt. Ein abgehender Spieler hat eine begrenzte Zeit, um die nächste Seitenlinie zu erreichen, andernfalls riskiert er eine sofortige Verwarnung. Diese Änderungen sind eine Reaktion auf die sinkende effektive Spielzeit in den weltweit führenden Ligen, in der die tatsächliche Aktion auf dem Feld oft weniger als 60 Minuten dauert. Die 1886 gegründete Organisation IFAB wacht seit über einem Jahrhundert über die Einheitlichkeit der Fußballregeln und vereint Vertreter der vier britischen Verbände als Wiege des Fußballs sowie Experten der FIFA.Zu den neuen Vorschriften gehört auch das sogenannte „Vinicius-Gesetz”, das darauf abzielt, Spieler vor Provokationen und Rassismus zu schützen. Schiedsrichter wurden angewiesen, Spieler strenger zu bestrafen, die sich den Mund zuhalten, während sie beleidigende Bemerkungen gegenüber Gegnern oder Schiedsrichtern machen. Obwohl einige Experten weitere Spielunterbrechungen durch Videoeingriffe befürchten, argumentiert die FIFA, dass die Genauigkeit der Entscheidungen in den entscheidenden Momenten des Turniers über dem Spieltempo steht. „Our goal is to protect football and increase the pace of the game. These changes will make the sport fairer and more attractive for the fans.” (Unser Ziel ist es, den Fußball zu schützen und das Spieltempo zu erhöhen. Diese Änderungen werden den Sport fairer und attraktiver für die Fans machen.) — Präsident der FIFA, der an der Billigung der neuen Spielregeln beteiligt war.
Mentioned People
- Gianni Infantino — Präsident der FIFA, der an der Billigung der neuen Spielregeln beteiligt war.
- Vinícius Júnior — Brasilianischer Fußballspieler, nach dem umgangssprachlich die Vorschrift zur Bekämpfung verbaler Provokationen benannt ist.