Der europäische Automarkt startete 2026 mit einer deutlichen Schwäche und beendete eine sechsmonatige Wachstumsphase. Nach den neuesten Daten des Verbands ACEA ging die Zahl der Neuzulassungen in der Europäischen Union im Januar um 3,9 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Hauptgrund für die Verlangsamung ist die schwache Konjunktur in Deutschland und Frankreich. Gleichzeitig wächst der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen dynamisch, und der chinesische Konzern BYD hat seinen Absatz auf dem Kontinent fast verdreifacht.
Allgemeiner Rückgang der Zulassungen
Die Zahl der Neuzulassungen in der EU sank im Januar um 3,9 % und beendete damit eine sechsmonatige Wachstumsphase.
Expansion chinesischer Marken
Der Konzern BYD verzeichnete einen Absatzanstieg von über 175 % und übertraf damit das Wachstum traditioneller Marktführer im EV-Segment deutlich.
Kehrtwende bei der vollständigen Elektrifizierung
Lamborghini stoppte das Projekt eines elektrischen Supersportwagens und setzt stattdessen auf die weitere Entwicklung von Plug-in-Hybriden.
Dominanz von Hybriden
Hybridantriebe wurden zur beliebtesten Kategorie und erreichten einen Marktanteil von fast 39 % bei Neuwagen.
Der Beginn des Jahres 2026 brachte eine Abkühlung auf dem europäischen Automarkt. Die Daten von ACEA zeigen, dass in der Region, die die EU, die EFTA-Länder und Großbritannien umfasst, 961.382 neue Fahrzeuge zugelassen wurden, was einem Rückgang von 3,5 % im Jahresvergleich entspricht. Besonders starke Einbrüche wurden in Deutschland und Frankreich verzeichnet (jeweils Rückgänge von 6,6 %), was Experten auf Unsicherheiten bezüglich Zöllen und zunehmendem Preisdruck zurückführen. Trotz des allgemeinen Abwärtstrends zeigt der Segment elektrifizierter Fahrzeuge große Widerstandsfähigkeit. Der Verkauf vollelektrischer Autos stieg um 13–14 %, der von Plug-in-Hybriden um fast ein Drittel. Ein beispielloses Phänomen ist die Expansion des chinesischen Giganten BYD, der seinen Absatz um über 170 % steigerte und damit fast 2 % des Marktanteils eroberte. Gleichzeitig verzeichnete Tesla schwächere Ergebnisse, was die Kräfteverhältnisse im Premium-EV-Segment verschiebt. Im Jahr 2023 billigte die Europäische Union Vorschriften, die den Verkauf neuer Verbrennerfahrzeuge ab 2035 verbieten, was eine rasante technologische Transformation der Branche einleitete.Einen interessanten strategischen Kurswechsel kündigte Lamborghini an. Markenchef Stephan Winkelmann teilte den Verzicht auf das für 2028 geplante Elektromodell Lanzador mit. Der Hersteller von Luxusautos will sich auf Hybridantriebe konzentrieren und argumentiert, dass Kunden nach wie vor traditionelle Hochleistungsmotoren bevorzugen. Diese Entscheidung wird als Signal für eine nachlassende Nachfrage nach luxuriösen Elektroautos in Europa gewertet. „It was a very expensive hobby. Our customers want V8 and V12 engines.” (Es war ein sehr teures Hobby. Unsere Kunden wollen V8- und V12-Motoren.) — Stephan Winkelmann In Polen und Spanien verhält sich der Markt besser als der EU-Durchschnitt und verzeichnet leichte Zuwächse. Gleichzeitig ist in Italien und Spanien ein Boom auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu beobachten – 2025 kamen auf jedes neue Auto mehr als zwei gebrauchte Fahrzeuge, was auf eine wachsende Preishürde für emissionsfreie Technologie hindeutet.
Mentioned People
- Stephan Winkelmann — CEO von Lamborghini, der den Stopp der Arbeiten am Elektromodell Lanzador bekannt gab.