Die letzten Februartage des Jahres 2026 brachten heftige Umwälzungen auf der polnischen politischen Bühne. Innerhalb der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) wächst ein Konflikt, der dazu führt, dass führende Politiker, angeführt von Mateusz Morawiecki, vor die parteiinterne Ethikkommission gestellt werden. Gleichzeitig kämpft die Partei Polen 2050 mit einer Welle von Austritten wichtiger Aktivisten, was die Stabilität der zur Regierungskoalition gehörenden Formation in Frage stellt. Am Horizont zeichnet sich die Bekanntgabe des Oppositionskandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten ab.
Morawiecki vor der Ethikkommission
Der PiS-Vorsitzende hat den ehemaligen Ministerpräsidenten und eine Gruppe von Abgeordneten vor die parteiinterne Ethikkommission gestellt, was die interne Spaltung vertieft.
Krise in Polen 2050
Der Austritt eines Vizeministers und Streitigkeiten über die neue Vereinigung von Paulina Hennig-Kloska schwächen die Position von Szymon Hołownia.
Neuer Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten
Recht und Gerechtigkeit hat angekündigt, ihren Kandidaten für das Amt des Regierungschefs am 7. März bekanntzugeben.
Die Lage innerhalb der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hat einen kritischen Punkt erreicht, nachdem Parteivorsitzender Jarosław Kaczyński beschlossen hat, den ehemaligen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki und die Abgeordnete Mirosława Stachowiak-Różecka vor die parteiinterne Ethikkommission zu stellen. Dieser Schritt wird von Analysten als Versuch gewertet, die interne Opposition zu disziplinieren und den Einfluss der gemäßigten Fraktion einzudämmen, die zunehmend mutiger die Linie der Parteiführung infrage stellt. Die Atmosphäre wird durch Berichte über die für den 7. März geplante Bekanntgabe des PiS-Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten angeheizt, was ein neues politisches Angebot der Partei darstellen soll. Gleichzeitig gibt es Spekulationen über die Zukunft von Präsident Karol Nawrocki, dem gegenüber die Mutterpartei möglicherweise zunehmend weitreichendere Loyalitätserwartungen stellt. Die Institution eines Parteigerichts oder einer Ethikkommission im polnischen Parteiensystem dient oft als Instrument zur Entfernung interner Konkurrenten vor wichtigen Wahlen oder Satzungsänderungen. Eine ebenso dynamische Situation herrscht im Regierungslager, konkret in der Partei Polen 2050. Die Gruppierung hat einen der Vizeminister verloren, was eine Welle von Kommentaren über den fortschreitenden Zerfall der Formation von Szymon Hołownia auslöste. Hinter den Kulissen des Sejm ist von wachsender Enttäuschung über die Haltung von Ministerpräsident Donald Tusk die Rede, der laut einigen Politikern der Dritten Weg seine zuvor eingegangenen Koalitionsverpflichtungen nicht erfülle. Ein weiteres destabilisierendes Element ist die Gründung einer neuen Vereinigung durch Paulina Hennig-Kloska, die von einigen Koalitionsmitgliedern wie Abgeordnetem Romowicz als Aufbau von Strukturen bewertet wird, die direkt vom Regierungschef und nicht von der Mutterpartei abhängig sind. Dieser Konflikt betrifft grundlegende Fragen für die Beständigkeit des Ministerkabinetts. Mehrparteienkoalitionen in Polen, seit den 1990er Jahren, sind durch zyklische Krisen geprägt, die auf die Aufteilung von Einflüssen in Staatsunternehmen und die Besetzung von Vizeministerposten zurückzuführen sind. Vor dem Hintergrund dieser Streitigkeiten sticht die diplomatische Aktivität hervor. Der Sejmmarschall sicherte während eines Besuchs in Kiew die unveränderte Unterstützung Polens für die Ukraine zu, was in der Werchowna Rada auf positive Resonanz stieß. Die öffentliche Debatte im Land bleibt jedoch auf Kontroversen fokussiert. Das Exposé von Minister Radosław Sikorski, obwohl sachlich, wurde zum Ziel von Angriffen der Opposition, die ihm vorwirft, eine „Partei des Rückbaus Polens“ zu führen. Überraschend war das Auftreten politischer Inhalte auf untypischen Plattformen, was einige Kommentatoren als verzweifelten Versuch werten, die jüngsten Wähler in einer Zeit sinkenden Vertrauens in traditionelle staatliche Institutionen zu erreichen. Diese Situation, kombiniert mit Ankündigungen von Gerichtsprozessen zwischen Politikern, deutet auf eine Verrohung des öffentlichen Lebens hin. „Jeżeli ktoś mnie atakuje, zawsze będę odpłacał pięknym za nadobne” (Wenn mich jemand angreift, werde ich immer Gleiches mit Gleichem vergelten) — Jarosław Kaczyński
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen den Zerfall der PiS und die Marginalisierung Morawieckis als Chance für eine Modernisierung der Rechten. Konservative Medien konzentrieren sich auf Säuberungen in Polen 2050 und die angebliche Verrat der Koalitionspartner durch Donald Tusk.
Mentioned People
- Jarosław Kaczyński — Vorsitzender von Recht und Gerechtigkeit, der disziplinarische Verfahren innerhalb der Partei einleitet.
- Mateusz Morawiecki — Ehemaliger Ministerpräsident, derzeit im Konflikt mit der PiS-Führung.
- Paulina Hennig-Kloska — Ministerin für Klima und Umwelt, Vorsitzende des neuen Vereins Zentrum.