Die katalanische Regierung unter der Führung von Salvador Illa hat den Haushaltsentwurf für 2026 gebilligt, obwohl eine endgültige Einigung mit der Partei ERC noch aussteht. Das Kabinett setzte auf eine Strategie vollendeter Tatsachen und kündigte Rekordausgaben in Höhe von 49 Milliarden Euro an, darunter erhebliche Summen für Wohnungsbau und Bildung. Salvador Illa warnt, dass eine Ablehnung des Finanzplans die Region zu vorgezogenen Wahlen zwingen könnte, was den Konflikt innerhalb des links-separatistischen Blocks verschärft.

Haushalt ohne Mehrheit

Salvador Illa billigte einen Ausgabenplan in Höhe von 49 Mrd. Euro, obwohl eine formelle Zustimmung der ERC fehlt.

Druck für Wahlen

Der katalanische Ministerpräsident deutet ein Szenario vorgezogener Wahlen an, falls das Haushaltsgesetz blockiert wird.

Streit um IRPF-Reform

Haupthemmnis in den Verhandlungen bleiben Änderungen an der Einkommensteuer, die mit Madrid verhandelt werden.

Krise des Sozialschildes

Die Ablehnung des Schildes im nationalen Parlament führt zum Auslaufen von Vergünstigungen für Elektroautos und Gebäudesanierung.

Der Ministerpräsident Kataloniens, Salvador Illa, hat einen riskanten politischen Schachzug unternommen, indem er ein Haushaltsprovisorium ohne Garantie für Unterstützung im Regionalparlament annahm. Diese Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem die Verhandlungen mit dem Schlüsselpartner, ERC, festgefahren sind. Hauptstreitpunkt bleibt die Reform der IRPF. Die PSC versucht, einen Kompromiss mit der Zentralregierung in Madrid auszuhandeln, um Steuersenkungen für Geringverdiener zu ermöglichen, was eine Kernforderung der Republikaner ist. Parallel dazu veröffentlichte die Generalitat Daten zum Haushaltsdefizit, das sie auf 21,092 Mrd. Euro schätzt, was traditionell die Beziehungen auf der Linie Barcelona-Madrid anheizt. Die politische Lage verschärft sich auch im Abgeordnetenkongress, wo die Ablehnung des sogenannten Sozialschildes durch die Gruppierung Junts und die Rechte zum Wegfall von Steuervergünstigungen, u.a. für den Kauf von Elektrofahrzeugen, führte. Die Sozialisten werfen der Partei Puigdemonts vor, Seite an Seite mit Gruppierungen abzustimmen, die auf ihre Auflösung hinarbeiten. In Barcelona selbst versucht die Lokalverwaltung, die Wohnungskrise zu mildern, indem sie Zuschüsse für die Renovierung von Sozialwohnungen auf 30.000 Euro erhöht, doch zentrale Vorschriften gegen Spekulation wurden durch interne Streitigkeiten im Stadtrat blockiert. Salvador Illa setzt auf maximale Druckpolitik und gab dem ERC-Führer Oriol Junqueras eine Woche Zeit, eine endgültige Haushaltsentscheidung zu treffen. Seit der Verfassungskrise 2017 und dem illegalen Unabhängigkeitsreferendum ist die katalanische politische Szene tief gespalten, und die Fähigkeit, Haushalte zu verabschieden, ist zum Hauptmaßstab für die Stabilität der Regionalregierungen geworden.Die Oppositionsparteien PP und Vox haben bereits angekündigt, Änderungsanträge zum gesamten Haushalt einzureichen, und werfen dem Kabinett Entscheidungslähmung und Nachgiebigkeit gegenüber der extremen Linken vor. Junts per Catalunya wiederum wirft der Regierung vor, eine Politik hoher Sozialausgaben ohne echte Wirtschaftsentwicklungsvision fortzusetzen. Dennoch bleibt Illa unnachgiebig und behauptet, der Haushalt mit einem Ausgabenplus von 10 Prozent sei für die Funktionsfähigkeit der öffentlichen Dienste unerlässlich. Die Spannungen verschärfen sich durch die Ablehnung des Gewerkschaftsvorschlags für eine jährliche Gehaltserhöhung von 2.500 Euro für Lehrer durch die Regierung, was zeigt, dass sich die Front der Unzufriedenheit mit der Regierung auch auf den Haushaltsbereich ausweitet. „No contemplo otro escenario que aprobar los presupuestos porque es lo que necesita Cataluña” (Ich sehe kein anderes Szenario als die Annahme des Haushalts, denn das ist es, was Katalonien braucht.) — Salvador Illa

Perspektywy mediów: Sozialistenfreundliche Medien heben die Rekordausgaben für soziale Zwecke und Bildung hervor und stellen den Haushalt als Akt der Verantwortung für die Region dar. Konservative und pro-Unabhängigkeitsmedien kritisieren das Fehlen einer stabilen Mehrheit und bezeichnen Illas Vorgehen als Wahlschwarze gegenüber den Partnern.

Mentioned People

  • Salvador Illa — Ministerpräsident (President) der Regierung Kataloniens, Führer der PSC.
  • Oriol Junqueras — Führer der Partei ERC, zentraler Haushaltsverhandler.
  • Carles Puigdemont — Führer von Junts, im Zusammenhang mit dem Amnestiegesetz erwähnt.