Das europäische Programm zum Bau des Zukunftskampfflugzeugs FCAS steht nach Äußerungen des deutschen Kanzlers am Rande des Scheiterns. Friedrich Merz hat den Sinn der Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Frankreich und Spanien in Frage gestellt und auf unterschiedliche technische Anforderungen verwiesen. Gleichzeitig gab es Berichte über Pläne Berlins, zusätzliche F-35-Maschinen aus den USA zu kaufen, was eine endgültige Abkehr von der Idee der gemeinsamen Verteidigung mit Paris unter Führung des Konzerns Airbus bedeuten könnte.

Drohender Zusammenbruch des FCAS-Projekts

Der Kanzler Deutschlands hat die Zukunft des gemeinsamen Kampfflugzeugs mit Frankreich aufgrund unterschiedlicher technischer und industrieller Anforderungen in Frage gestellt.

Deutsche Wende hin zu F-35

Trotz Dementi des Verteidigungsministeriums gibt es starke Signale über Pläne zum Kauf zusätzlicher 35 amerikanischer Maschinen vom Typ Stealth.

Neue Verteidigungskoalition

In Krakau kündigten die Verteidigungsminister Frankreichs, Deutschlands, Großbritanniens, Italiens und Polens ein Programm zur gemeinsamen Drohnenabwehr an.

Französisch-indische Annäherung

Präsident Macron kündigte Pläne zur gemeinsamen Produktion von Rafale-Flugzeugen in Indien an, was die Position von Dassault außerhalb Europas stärkt.

Das Projekt zum Bau des Zukunftskampfflugzeugs FCAS durchlebt die schwerste Krise seit seiner Einführung im Jahr 2017. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hat öffentlich Zweifel am weiteren technischen und politischen Sinn dieser Investition geäußert. Der deutsche Führer betonte, dass das Anforderungsprofil beider Länder zu unterschiedlich geworden sei, was eine effektive Zusammenarbeit unmöglich mache. Im Zentrum des Streits steht der Kampf um industrielle Dominanz zwischen dem französischen Konzern Dassault Aviation und dem europäischen Airbus, der die Interessen Berlins und Madrids vertritt. Die Situation wurde durch Berichte der Nachrichtenagentur Reuters verschärft, wonach Deutschland heimlich den Kauf von mindestens weiteren 35 Exemplaren der amerikanischen Kampfflugzeuge F-35 Lightning II verhandelt. Obwohl das Verteidigungsministerium in Berlin diese Informationen offiziell dementiert hat und behauptet, es seien keine verbindlichen politischen Entscheidungen getroffen worden, hat der Markt dies als Vorbereitung eines „Plan B” interpretiert. Parallel gibt es Hinweise, dass Deutschland die Zusammenarbeit mit Frankreich zugunsten des britisch-italienisch-japanischen Projekts GCAP aufgeben könnte. Der Vorstandsvorsitzende von Airbus, Guillaume Faury, forderte die Regierungen auf, die Streitigkeiten schnell beizulegen, und warnte vor einem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China. Seit dem Ende des Kalten Krieges hatten europäische Rüstungsprojekte oft mit Verzögerungen und Kompetenzstreitigkeiten zu kämpfen, wie der mehrjährige Bau des Eurofighter Typhoon zeigt. Während das FCAS-Projekt im Chaos versinkt, entwickelt Frankreich dynamisch Beziehungen zu anderen Partnern. Präsident Emmanuel Macron kündigte in Delhi den Beginn einer strategischen Zusammenarbeit mit Indien bei der gemeinsamen Produktion von Rafale-Kampfflugzeugen an. In Krakau hingegen kündigten die Verteidigungsminister Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands, Italiens und Polens eine Initiative zum Bau eines gemeinsamen, kostengünstigen Drohnenabwehrsystems an. Diese parallelen Aktivitäten zeigen, dass sich die Verteidigungsprioritäten Europas hin zu kurzfristigen und an der Front in der Ukraine bewährten Lösungen verschieben, auf Kosten visionärer, aber zeitlich ferner Programme wie dem Kampfflugzeug der sechsten Generation. „Das ist kein politischer Streit, wir haben einfach ein reales Problem mit dem Anforderungsprofil. Wenn wir es nicht lösen können, können wir das Projekt nicht aufrechterhalten.” — Friedrich Merz100 mld € — beträgt die geschätzten Kosten des FCAS-KampfflugzeugprogrammsAnzahl der von Deutschland bestellten oder geplanten F-35-Kampfflugzeuge: Aktuelle Bestellung: 35, Spekulative zusätzliche Charge: 35Entwicklung der Krise um das FCAS-Kampfflugzeug: 13. Juli 2017 — Macron-Merkel-Initiative; 4. Dezember 2025 — Signal aus Italien; 18. Februar 2026 — Erklärung von Merz; 19. Februar 2026 — Gerüchte über F-35; 20. Februar 2026 — Gipfel in KrakauDie französische Presse betont den Verrat an europäischen Idealen durch Berlin und die Flucht in Richtung amerikanischer Technologie auf Kosten der Souveränität. | Konservative deutsche Medien weisen auf unrealistische Erwartungen aus Paris und die Notwendigkeit schneller Käufe bewährter Ausrüstung aus den USA hin.

Mentioned People

  • Friedrich Merz — Bundeskanzler Deutschlands, der öffentlich die Zukunft des europäischen Kampfflugzeugs FCAS in Frage stellte.
  • Emmanuel Macron — Präsident Frankreichs, Hauptbefürworter der europäischen Verteidigungssouveränität und des FCAS-Projekts.
  • Guillaume Faury — Vorstandsvorsitzender des Konzerns Airbus, der zur Beschleunigung der Entscheidungen über europäische Verteidigungsprogramme aufrief.