Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte hat einen Bericht veröffentlicht, in dem er die Behörden Honduras' schwerer Menschenrechtsverletzungen während des seit Dezember 2023 geltenden Ausnahmezustands beschuldigt. Das Dokument listet unter anderem außergerichtliche Hinrichtungen, erzwungenes Verschwindenlassen sowie Folter und Tod in Haft auf. Der Ausnahmezustand wurde von Präsidentin Xiomara Castro zur Bekämpfung von Drogenkartellen eingeführt, hat laut UNO jedoch zu einer Eskalation der Gewalt durch die Sicherheitskräfte geführt. Der Bericht fordert die sofortige Einstellung dieser Praktiken und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen.

Außergerichtliche Hinrichtungen und Verschwindenlassen

Der UNO-Bericht dokumentiert zahlreiche Fälle von außergerichtlichen Hinrichtungen und erzwungenem Verschwindenlassen von Personen, die von den Sicherheitskräften festgenommen wurden. Die Opfer sind hauptsächlich junge Männer aus armen Vierteln, die im Verdacht stehen, Verbindungen zu Banden zu haben. Viele Leichen wurden mit Anzeichen von Folter gefunden.

Folter und Tod in Haft

Die UNO-Dokumentation weist auf die systematische Anwendung von Folter gegenüber Inhaftierten hin, was in mehreren Fällen zum Tod in Polizeigewahrsam führte. Die Opfer wurden geschlagen, mit Elektroschocks traktiert und anderen Formen physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt.

Ausnahmezustand seit 2023

Präsidentin Xiomara Castro verhängte im Dezember 2023 den Ausnahmezustand und erweiterte damit die Befugnisse von Polizei und Militär im Kampf gegen Drogenkartelle. Diese Maßnahmen, die anfangs auf öffentliche Zustimmung stießen, haben laut UNO ein Klima der Straflosigkeit für die Sicherheitskräfte geschaffen.

Aufforderung zur Einstellung und Strafverfolgung

Der Hohe Kommissar der UNO für Menschenrechte fordert die Behörden Honduras auf, alle außergerichtlichen Hinrichtungen, erzwungenen Verschwindenlassen und Folterungen sofort einzustellen. Der Bericht verlangt zudem unabhängige Ermittlungen und die strafrechtliche Verfolgung aller Verantwortlichen für diese Verbrechen.

Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte hat einen erschütternden Bericht veröffentlicht, der massive und systematische Menschenrechtsverletzungen in Honduras während des Ausnahmezustands dokumentiert. Dieser Zustand, eingeführt von Präsidentin Xiomara Castro im Dezember 2023 zur Bekämpfung von Drogenkartellen, hat laut UNO zu einer Eskalation der Gewalt durch die Sicherheitskräfte und nicht zu ihrer Eindämmung geführt. Das Dokument listet detailliert Fälle von außergerichtlichen Hinrichtungen, erzwungenem Verschwindenlassen, Folter und Todesfällen in Polizeigewahrsam auf. Honduras kämpft seit Jahren mit Bandengewalt und einer der höchsten Mordraten der Welt. Das Land ist ein zentraler Transitpunkt für Drogen aus Südamerika in die USA. Frühere Regierungen ergriffen ebenfalls umstrittene, militärische Anti-Drogen-Maßnahmen, oft mit stillschweigender Unterstützung der USA. Die Opfer sind hauptsächlich junge Männer aus armen Vierteln, die im Verdacht stehen, Verbindungen zur organisierten Kriminalität zu haben. Der Bericht weist darauf hin, dass viele Leichen mit sichtbaren Spuren brutaler Behandlung gefunden wurden. Den honduranischen Behörden zufolge führen keine gründlichen Ermittlungen in diesen Fällen durch, was eine Kultur der Straflosigkeit verfestigt. „These reports are deeply alarming. They constitute gross violations of the right to life, liberty and security of person, as well as the prohibition of torture.” (Diese Berichte sind zutiefst alarmierend. Sie stellen grobe Verletzungen des Rechts auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person sowie des Folterverbots dar.) — Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte Der Hohe Kommissar der UNO betonte, dass der Kampf gegen Kriminalität die Verletzung grundlegender Menschenrechte nicht rechtfertigen könne. Der Bericht fordert die Regierung Honduras auf, alle illegalen Praktiken sofort einzustellen, unabhängige und wirksame Ermittlungen durchzuführen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Die UNO bietet auch ihre Hilfe bei der Reform des Sicherheitssektors und der Justiz an. Die Reaktion der honduranischen Behörden auf diese Vorwürfe ist noch nicht bekannt, doch die Veröffentlichung des Berichts übt erheblichen internationalen Druck auf die Regierung von Präsidentin Castro aus. Diese Situation stellt die Wirksamkeit und die moralischen Kosten des militärischen Ansatzes gegen das Drogenproblem in Lateinamerika infrage.

Mentioned People

  • Xiomara Castro — Präsidentin von Honduras, die im Dezember 2023 den Ausnahmezustand verhängte.
  • Volker Türk — Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Autor der zitierten Erklärung.