Die europäischen Parkette starteten die Donnerstagssitzung mit Verlusten und korrigierten damit die historischen Höchststände vom Vortag. Die Aufmerksamkeit der Anleger konzentriert sich auf die Veröffentlichung von Finanzergebnissen der Giganten. Stellantis verzeichnete den ersten Jahresverlust in der Geschichte in Höhe von 22 Mrd. Euro, was auf eine Überarbeitung der Pläne für die Elektromobilität zurückzuführen ist. Leonardo hingegen, trotz guter operativer Ergebnisse, kämpft mit einer Abwertung der Aktien vor der Präsentation der neuen Strategie und verspricht gleichzeitig eine deutliche Erhöhung der Dividende für die Aktionäre.
Historischer Verlust von Stellantis
Der Automobilkonzern schloss das Jahr 2025 mit einem Verlust von 22 Mrd. Euro ab, verursacht durch Abschreibungen im Zusammenhang mit Elektroauto-Programmen.
Finanzielle Offensive von Leonardo
Der Rüstungsgigant plant eine 20-prozentige Erhöhung der Dividende und finalisiert wichtige Übernahmen sowie internationale Verträge.
Inflationsstabilisierung laut EZB
Christine Lagarde prognostiziert einen Rückgang der Lebensmittelpreise und eine Rückkehr der Inflation auf das Ziel von etwa 2 Prozent bis zum Jahr 2026.
Fusion von MPS und Mediobanca
An der Börse in Mailand steigen die Kurse der Banken in Erwartung der Details des Fusionsplans beider Institute.
Die Sitzung an den europäischen Kapitalmärkten brachte eine Abkühlung der Stimmung nach einer Phase dynamischen Wachstums, das den Mailänder Index FTSE Mib auf das höchste Niveau seit dem Jahr 2000 getrieben hatte. Der Hauptfaktor, der das Verhalten der Anleger bestimmt, sind die Veröffentlichungen der Finanzberichte für das Jahr 2025. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Situation des Konzerns Stellantis, der über einen Nettoverlust von rund 22 Milliarden Euro informierte. Dies ist das erste negative Jahresergebnis in der Geschichte dieses Unternehmens, verursacht hauptsächlich durch eine kostspielige Korrektur der Strategie im Segment der Elektrofahrzeuge. Dennoch weist das Management des Unternehmens auf erste Anzeichen einer Verbesserung hin, die im vierten Quartal sichtbar wurden. Ganz andere Stimmungen herrschen im Rüstungs- und Technologiesektor. Der italienische Konzern Leonardo übertraf seine eigenen finanziellen Ziele, was den Vorstandsvorsitzenden Roberto Cingolani dazu veranlasste, eine Erhöhung der Dividende um etwa 20 Prozent anzukündigen. Das Unternehmen finalisiert zudem die Übernahme des Verteidigungsfahrzeugbereichs von Iveco und verhandelt über die Gründung eines Joint Ventures im Segment Aerostrukturen mit einem internationalen Partner, bei dem es sich laut Marktspekulationen um einen saudischen Zielfonds handeln soll. Darüber hinaus steht das Unternehmen kurz vor der Bekanntgabe eines Vertrags im Wert von 1 Mrd. Pfund für die Lieferung von Hubschraubern an Großbritannien. Der Bankensektor in Europa durchläuft derzeit eine Phase der Konsolidierung und Restrukturierung, was am Beispiel der geplanten Fusion der Banken MPS und Mediobanca zu sehen ist, die darauf abzielt, ein stärkeres Unternehmen zu schaffen, das auf dem EU-Markt wettbewerbsfähig ist.Gleichzeitig beobachten die Märkte die makroökonomische Lage genau. Die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, signalisierte in einer Ansprache vor dem Europäischen Parlament, dass die Lebensmittelpreisinflation systematisch sinken und sich bis Ende 2026 etwas über dem Niveau von 2 Prozent stabilisieren sollte. Positive Signale kommen auch vom Gasmarkt in Amsterdam, wo die Rohstoffpreise auf 30,9 Euro pro Megawattstunde gefallen sind. Anleger nahmen die Ergebnisse des amerikanischen Giganten Nvidia mit Optimismus auf, was die anhaltend hohe Nachfrage nach Lösungen im Bereich der künstlichen Intelligenz bestätigt.
Mentioned People
- Christine Lagarde — Präsidentin der Europäischen Zentralbank
- Roberto Cingolani — Vorstandsvorsitzender des Konzerns Leonardo
- Pietro Labriola — Vorstandsvorsitzender der TIM-Gruppe