Die Samstagsrennen des Alpinen Skiweltcups brachten historische Entscheidungen. Im deutschen Garmisch-Partenkirchen führte Marco Odermatt die Schweizer zu einem dreifachen Sieg in der Abfahrt und feierte seinen 54. Karriereerfolg. Zeitgleich feierte die deutsche Vertreterin Emma Aicher im andorranischen Soldeu einen spektakulären Triumph im Super-G, indem sie titeltragende Rivalinnen hinter sich ließ und sich in den Kampf um den kleinen Kristallkugel-Pokal einschaltete. Diese Erfolge beeinflussen die Machtverhältnisse in den Gesamtwertungen der Saison erheblich.
Historische Abfahrt in Garmisch
Die Schweizer belegten alle drei Podestplätze und Marco Odermatt feierte seinen 54. Weltcupsieg.
Triumph von Emma Aicher in Andorra
Die deutsche Skifahrerin gewann sensationell den Super-G in Soldeu, besiegte die Favoritinnen und schaltete sich in den Kampf um Trophäen ein.
Situation in der Super-G-Wertung
Sechs Athletinnen haben nach dem schwächeren Auftritt der Führenden Sofia Goggia in Soldeu eine Chance auf den kleinen Kristallkugel-Pokal.
Der Samstag auf den Pisten des Alpinen Skiweltcups stand im Zeichen schweizerischer Dominanz bei den Männern und eines deutschen Durchbruchs im Frauenwettbewerb. Im bayerischen Garmisch-Partenkirchen bestätigte Marco Odermatt seinen Status als bester Skifahrer der Welt, indem er die Abfahrt der Männer gewann. Es war sein erster Sieg in dieser Disziplin seit den Olympischen Spielen und zugleich sein 54. Triumph in Weltcup-Rennen. Dieser Sieg ermöglichte ihm den Aufstieg in die absolute Spitze der historischen Allzeit-Weltrangliste. Die schweizerische Hegemonie auf der Kandahar-Strecke komplettierten Alexis Monney und Stefan Rogentin, die jeweils den zweiten und dritten Platz belegten und damit das erste Schweizer Podest in der Abfahrt seit Jahren schufen. Parallel dazu kam es in Soldeu in Andorra zu einer Sensation im Super-G der Frauen. Die erst 22-jährige Emma Aicher deklassierte ihre Rivalinnen und feierte ihren ersten so bedeutenden Karrieresieg. Die Deutsche setzte sich gegen die Neuseeländerin Alice Robinson und die Schweizerin Corinne Suter durch. Aicher, die zuvor bei den Spielen mit Formschwächen zu kämpfen hatte, zeigte eine außergewöhnliche Aggressivität auf der Strecke, was es ihr ermöglichte, den Rückstand in der Disziplinenwertung zur Führenden, Sofia Goggia, zu verringern. Die italienische Meisterin beendete das Rennen auf Platz sechs, was den Kampf um den endgültigen Triumf in dieser Disziplin verschärfte. Der Alpine Skiweltcup wird seit 1967 von der Internationalen Ski- und Snowboardverband (FIS) organisiert. Die prestigeträchtigste Trophäe ist der Kristallkugel-Pokal, der für den Sieg in der Gesamtwertung vergeben wird.Die Ereignisse in Soldeu wurden teilweise von einem dramatischen Sturz einer Athletin überschattet, der eine kurze Unterbrechung des Wettbewerbs erzwang. Trotz schwieriger Wetterbedingungen behielt Emma Aicher ihre Führung bis zum Ende des Rennens. In Italien vermeldeten die Medien die Rückkehr von Federica Brignone, die nach einer Pause den fünfzehnten Platz belegte, sowie eine solide Leistung von Pietro Franzoni in Garmisch, der dort mit einem vierten Platz knapp am Podest vorbeischrammte. Diese Ergebnisse bringen Marco Odermatt dem Gewinn einer weiteren großen Kristallkugel deutlich näher, während der Frauenwettbewerb weiterhin offen bleibt. „C'est une victoire importante et c'est un peu une revanche après les deux dernières descentes.” — Marco Odermatt Sowohl der Erfolg von Odermatt als auch von Aicher zeigt einen Generationswechsel und die Festigung der Position der Schweiz als Macht in den Geschwindigkeitsdisziplinen. Odermatt, der nach dem Rennen zugab, dass er zu einem bestimmten Zeitpunkt der Saison den „Hunger nach Skifahren” verloren habe, gewann durch den Samstagserfolg sein Selbstvertrauen vor der entscheidenden Phase der Saison zurück. Die deutschen Medien feiern derweil den Erfolg von Aicher und sehen in ihr die Nachfolgerin großer Meisterinnen der Vergangenheit.
Mentioned People
- Marco Odermatt — Schweizer Weltcupführer, Sieger der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen.
- Emma Aicher — Deutsche Vertreterin, Siegerin des Super-G der Frauen in Soldeu.
- Sofia Goggia — Führende in der Super-G-Wertung, die in Soldeu den 6. Platz belegte.
- Alexis Monney — Schweizer Skifahrer, Gewinner des zweiten Platzes in der Abfahrt in Garmisch.
- Corinne Suter — Schweizer Alpin-Skifahrerin, belegte den dritten Platz im Super-G in Andorra.