Der Präfekt der Provinz Neapel, Claudio Palomba, hat am Mittwoch alle automatischen Geschwindigkeitskontrollen in der Stadt und der gesamten Provinz ausgesetzt. Die Entscheidung betrifft alle Blitzer, die sowohl von der Verkehrspolizei als auch von der Stadtpolizei genutzt werden. Der unmittelbare Grund ist das Fehlen gültiger Homologationszertifikate für diese Geräte. Die Behörden räumen ein, dass unklar ist, wie lange die Aussetzung dauern wird, versprechen aber eine möglichst schnelle Wiederherstellung der Legalität des Systems. In der Zwischenzeit werden Geschwindigkeitskontrollen ausschließlich auf traditionelle Weise durch Polizeistreifen durchgeführt.
Aussetzung aller Blitzer
Präfekt Claudio Palomba erließ eine Anordnung, die mit sofortiger Wirkung den Betrieb aller Geräte zur automatischen Geschwindigkeitsmessung in Neapel und der Provinz aussetzt. Dies betrifft sowohl Geräte der Polizei als auch der Stadtpolizei.
Ursache: Fehlende gültige Homologation
Grundlage der Entscheidung ist die Feststellung, dass die Geräte keine gültigen Homologationszertifikate besitzen, was ihre Rechtmäßigkeit und die Glaubwürdigkeit der Messungen untergräbt. Ohne ein solches Dokument könnten auf Basis ihrer Messungen verhängte Strafen vor Gericht leicht aufgehoben werden.
Ungewisse Wiederinbetriebnahme
Die Behörden können nicht abschätzen, wie lange die Aussetzung dauern wird. Sie kündigen dringende Maßnahmen an, um die notwendigen Dokumente zu beschaffen oder zu erneuern, nennen aber keinen konkreten Termin für die Wiederherstellung eines legalen Betriebs.
Rückkehr zu traditionellen Kontrollen
Während der Aussetzung der automatischen Messungen werden Geschwindigkeitskontrollen auf den Straßen ausschließlich durch Polizeistreifen mit Hand- oder Fahrzeugradargeräten durchgeführt. Dies soll die Kontinuität der Überwachung der Verkehrssicherheit gewährleisten.
In Neapel und der gesamten Provinz kam es zu einer beispiellosen Aussetzung aller automatischen Geschwindigkeitskontrollen. Die Entscheidung traf am Mittwoch Präfekt Claudio Palomba mit einer sofort wirksamen Anordnung. Der unmittelbare Grund ist das Fehlen gültiger Homologationszertifikate für die von der Verkehrspolizei und der Stadtpolizei verwendeten Blitzgeräte. Homologation ist ein behördliches Verfahren zur Überprüfung und Zertifizierung, ob ein Messgerät bestimmte rechtliche und technische Normen erfüllt und damit die Zuverlässigkeit und Wiederholbarkeit der Ergebnisse garantiert. Ihr Fehlen stellt einen schwerwiegenden Rechtsmangel dar, der eine wirksame Verhängung von Bußgeldern unmöglich macht, da ein Beweisfoto eines nicht homologierten Geräts vor Gericht leicht angefochten werden könnte.
Das System der automatischen Geschwindigkeitsüberwachung durch Blitzer, in Italien „Autovelox“ genannt, hat in Italien eine lange und kontroverse Geschichte. Die ersten Geräte erschienen in den 1990er Jahren, und ihr massenhafter Einsatz löst seit Jahren gesellschaftliche Proteste und Vorwürfe aus, dass sie hauptsächlich der Einnahmeerzielung für die Kommunen und nicht der Verbesserung der Sicherheit dienen. Das italienische Recht regelt Homologation, Standort und Beschilderung solcher Geräte streng, und ihre Rechtmäßigkeit wurde vor Gerichten wiederholt angefochten. Die Entscheidung des Präfekten, der auf Provinzebene die Zentralregierung vertritt, hat präventiven und administrativen Charakter. Wie Quellen erklären, kam ans Licht, dass die Homologationsdokumentation für einige oder alle Geräte in der Region ungültig, abgelaufen oder unvollständig ist. In dieser Situation würde die Fortsetzung der Bestrafung von Fahrern auf Basis ihrer Messungen die Behörden einer Flut von Einsprachen und Gerichtsverfahren aussetzen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Freisprüchen oder der Aufhebung der Bußgelder enden würden. Präfekt Palomba betonte in einer veröffentlichten Erklärung, dass die Priorität auf der Rechtssicherheit und der Achtung der Bürgerrechte liege.
Die Behörden räumen ein, dass sie nicht abschätzen können, wie lange die Aussetzungsphase dauern wird. Sie kündigen jedoch sofortige Maßnahmen an, um die notwendigen Zertifikate zu beschaffen oder bestehende zu erneuern und das System so schnell wie möglich wieder legal in Betrieb zu nehmen. In der Zwischenzeit, so versichert die Polizei, wird die Überwachung der Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht aufhören. Kontrollen werden auf traditionelle Weise durch Streifen der Verkehrspolizei mit Hand- oder Fahrzeugradargeräten sowie Lasermessgeräten durchgeführt. Diese Form der Überwachung bleibt, obwohl arbeitsintensiver und weniger allgegenwärtig, vollkommen legal.
Diese Situation deckt ein breiteres Problem des Managements der Straßenüberwachungsinfrastruktur in vielen italienischen Regionen auf. In der Vergangenheit traten ähnliche rechtliche Zweifel bezüglich Homologation, Kalibrierung oder korrekter Beschilderung von Blitzern in anderen Landesteilen auf, was zu lokalen Aussetzungen oder Massenannullierungen von Bußgeldern führte. Das Ereignis in Neapel könnte andere Präfekturen dazu veranlassen, ihre eigenen Systeme zu überprüfen, um ähnliche Probleme zu vermeiden. Für Autofahrer bedeutet dies eine vorübergehende Erleichterung von automatischen Strafen, aber keine Befreiung von der Pflicht zur Einhaltung der Vorschriften. Für die Behörden ist es eine kostspielige Lektion über die Bedeutung administrativer und technischer Verfahren, die die Grundlage einer wirksamen Rechtsdurchsetzung bilden.
Mentioned People
- Claudio Palomba — Präfekt der Provinz Neapel, der die Anordnung zur Aussetzung der Blitzer unterzeichnete.