US-Präsident Donald Trump hat die Anhebung der angekündigten Zollsätze von 10 auf 15 Prozent bekanntgegeben, nachdem der Oberste Gerichtshof seine bisherige Zollpolitik für illegal erklärt hat. Diese Entscheidung stürzt den Welthandel in Chaos und löst scharfe Reaktionen der Staats- und Regierungschefs Brasiliens, Frankreichs und Deutschlands aus. Gleichzeitig bereiten sich US-Unternehmen auf einen Kampf um die Rückerstattung von bis zu 175 Milliarden Dollar aufgrund zuvor unrechtmäßig erhobener Zollgebühren vor.
Oberster Gerichtshof blockiert Zölle
Das höchste US-Gericht erklärte die willkürliche Verhängung von Zöllen durch den Präsidenten für rechtswidrig und untergrub damit einen Grundpfeiler seiner Politik.
Erhöhung auf 15 Prozent
In einem Vergeltungsakt erhöhte Donald Trump den angekündigten Zollsatz von 10 auf 15 Prozent und nutzte dabei einen neuen rechtlichen Mechanismus, um das Urteil zu umgehen.
Drohung gigantischer Rückerstattungen
Der US-Staatsschatz könnte gezwungen sein, 175 Milliarden Dollar Entschädigung an Unternehmen zu zahlen, die illegale Steuern gezahlt haben.
Mobilisierung der Europäischen Union
Frankreich und Deutschland streben eine gemeinsame Antwort der EU auf den amerikanischen Protektionismus an und erwägen Vergeltungsmechanismen.
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA vom 20. Februar 2026 stellt einen der schwersten Schläge gegen die bisherige Wirtschaftsagenda der Regierung von Donald Trump dar. Die Richter, darunter drei vom Präsidenten selbst ernannte, entschieden mit einer Mehrheit von 6 zu 3 Stimmen, dass das Weiße Haus seine Befugnisse überschritten habe, indem es auf der Grundlage des Gesetzes über nationale Notstände massive Zölle verhängte. Dieses Urteil macht nicht nur die im April 2025 eingeführten Tarife ungültig, sondern ebnet auch den Weg für gigantische Schadensersatzforderungen. Gerichtsstreitigkeiten und Zollverfahren können den Weg für die Rückerstattung zuvor erhobener Zölle ebnen, deren Gesamtexposition Analysten auf Dutzende Milliarden Dollar schätzen und nach einigen Modellen auf etwa 175 Milliarden. Das Ausmaß der Rückerstattungen hängt jedoch vom Umfang der aufgehobenen Sätze und davon ab, welche Ansprüche innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Fristen und Verfahren zulässig sind. Als Reaktion auf das Urteil, das Trump als "anti-amerikanisch" und "lächerlich" bezeichnete, kündigte der Präsident eine neue Zolloffensive an. Obwohl er zunächst einen Satz von 10 Prozent vorschlug, kündigte er letztlich die Einführung eines globalen 15-Prozent-Zolls an und berief sich dabei auf Artikel 122 des Handelsgesetzes von 1974. Dieser Mechanismus, der die Zahlungsbilanz schützen soll, ist jedoch auf 150 Tage begrenzt, was nach Ansicht von Rechtsexperten lediglich eine zeitweise Umgehung des Gerichtsurteils darstellt. Der Oberste Gerichtshof wurde somit erneut zum entscheidenden Schiedsrichter im Streit über die Grenzen der Exekutivgewalt in Washington. Seit der Verabschiedung des Handelsgesetzes (Trade Act) im Jahr 1974 haben amerikanische Präsidenten die Auslegung von Notstandsbefugnissen schrittweise ausgeweitet, was zu langjährigen Streitigkeiten über die verfassungsrechtliche Gewaltenteilung zwischen dem Weißen Haus und dem Kongress in Bezug auf die Regulierung des Außenhandels geführt hat. Die internationale Reaktion ist entschieden. Der Präsident Brasiliens, Lula da Silva, appellierte für eine gleiche Behandlung aller Handelspartner, während Frankreich und Deutschland zu einer vereinten Antwort der Europäischen Union aufriefen. Der französische Minister für Außenhandel, Nicolas Forissier, betonte, dass die Gemeinschaft über die notwendigen Instrumente verfüge, um protektionistische Maßnahmen der USA abzuwehren. Die Unsicherheit betrifft auch die Schweiz und Südafrika, die zu den Ländern gehörten, die von Trumps bisheriger Politik der "reziproken" Zölle am stärksten betroffen waren. Unterdessen zeigten einige Umfragen vom Februar 2026 eine Unzufriedenheit mit dem Präsidenten von etwa 60 Prozent, obwohl andere Messungen und Umfragedurchschnitte niedrigere Werte anzeigten. „After an exhaustive, detailed, and complete review of the ridiculous, poorly written, and extraordinarily un-American decision of the Supreme Court...” (Nach einer erschöpfenden, detaillierten und vollständigen Überprüfung der lächerlichen, schlecht geschriebenen und außerordentlich unamerikanischen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs...) — Donald Trump Im Jahr 1930 führte das Smoot-Hawley-Gesetz, das die Zölle in den USA erhöhte, zu Vergeltungsmaßnahmen anderer Staaten und vertiefte die Große Depression, was Ökonomen bis heute als Warnung vor den Folgen wirtschaftlicher Isolation dient. Trumps Handelspolitik, die darauf abzielt, das Handelsdefizit durch Zollgebühren auszugleichen, steht nun vor der größten Bewährungsprobe ihrer Nachhaltigkeit. Zölle treffen, obwohl sie als Druckmittel gegenüber China oder der Europäischen Union dargestellt werden, als Bumerang amerikanische Importeure und Verbraucher, was der unmittelbare Grund für die von der Spielzeugfirma Learning Resources eingereichte Beschwerde war.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen den historischen Sieg der Rechtsstaatlichkeit und die Niederlage von Trumps autoritären Bestrebungen und verweisen auf das Chaos im Weißen Haus. Konservative Medien konzentrieren sich auf die Verteidigung der Interessen amerikanischer Arbeiter und kritisieren die Richter dafür, dass sie den Schutz des heimischen Marktes blockieren.
Mentioned People
- Donald Trump — US-Präsident, der eine Eskalation des Zollkriegs ankündigt.
- Luiz Inácio Lula da Silva — Präsident Brasiliens, der für eine gleiche Behandlung der Länder im Handel appelliert.
- Nicolas Forissier — Französischer Minister für Außenhandel, der zur Einheit der EU aufruft.
- Rick Woldenberg — Unternehmer aus Chicago, dessen Klage zur Aufhebung der Zölle führte.