In den letzten Tagen wurde ein starker Anstieg der Aktivitäten von Cyberkriminellen verzeichnet, die das Image der Bank Pekao S.A., der Plattform Netflix und des e-TOLL-Systems nutzen, um Daten und Geld zu stehlen. Der neueste Bericht von Revolut weist auf einen alarmierenden, 233-prozentigen Anstieg der Betrugsfälle auf Telegram hin. Opfer in Polen verlieren dabei von einigen hundert Złoty bei angeblichen Strafzetteln bis zu über 360.000 Złoty bei gefälschten Investitionen in Orlen-Aktien.
Kritische Angriffe auf Pekao-Kunden
Betrüger versenden E-Mails mit Malware, die die Übernahme der Kontrolle über das Online-Banking des Opfers ermöglicht.
Telegram als Paradies für Betrüger
Die Zahl der Betrugsfälle auf diesem Messenger stieg um 233 Prozent Prozent und ist damit zur Hauptquelle für gefälschte Jobangebote geworden.
Gigantische Verluste bei Investitionen
Ein 84-jähriger Einwohner von Krakau verlor 360.000 Złoty, weil er an eine gefälschte Werbung für Investitionen in Aktien des Konzerns Orlen glaubte.
Die Analyse jüngster Sicherheitsvorfälle deutet auf eine beispiellose Intensivierung von Angriffen des Typs Phishing und Vishing hin. Die schwerwiegendste Warnung wurde von der Bank Pekao S.A. ausgegeben, deren Kunden gefälschte E-Mails mit infizierten Anhängen erhalten. Das Öffnen der Datei führt zur Installation von Schadsoftware, die den Tätern die vollständige Kontrolle über das Gerät und Zugriff auf die Ersparnisse ermöglicht. Ähnliche Kampagnen richten sich an Autofahrer, die SMS über angebliche Rückstände im e-TOLL-System erhalten, sowie an Nutzer von Streaming-Plattformen, die vor dem Ablauf ihres Abonnements gewarnt werden. Gleichzeitig wirft der Finanzbericht von Revolut ein Licht auf einen systemischen Wandel im Vorgehen krimineller Gruppen. Obwohl die Plattformen der Meta-Gruppe (Facebook, Instagram) immer noch 44 % der Betrugsfälle generieren, verzeichnete der Messenger-Dienst Telegram die höchste Wachstumsdynamik. Kriminelle verlagern ihre Operationen dorthin aufgrund des hohen Grades an Anonymität und der Nachrichtenverschlüsselung, was ihre Aufdeckung durch Strafverfolgungsbehörden erschwert. Auf dieser Plattform dominieren gefälschte Jobangebote sowie ausgeklügelte Investmentbetrugsmaschen, die für die Opfer durchschnittlich zu einem Verlust von 21.000 Złoty führen. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der gemeldeten Vorfälle im polnischen Cyberspace um 100 % und überschritt 222.000 Fälle, was Cybersicherheit zu einer kritischen Herausforderung für die Stabilität des Staates macht.Die Polizei verzeichnet auch eine Rückkehr zu traditionellen Methoden, allerdings mit einem modernen Leitmotiv. In Niederschlesien treiben Betrüger ihr Unwesen, die sich als Feuerwehrleute ausgeben und kostenpflichtige Ofenkontrollen sowie den Verkauf von Kohlenmonoxidmeldern anbieten. Die Behörden erinnern daran, dass die Staatliche Feuerwehr niemals Gebühren für Schulungen erhebt oder den Direktvertrieb von Detektionsgeräten in Privathaushalten betreibt. „Protecting users must be a shared priority across the industry, including the platforms where these scams originate.” (Der Schutz der Nutzer muss eine gemeinsame Priorität in der gesamten Branche sein, einschließlich der Plattformen, auf denen diese Betrugsmaschen entstehen.) — Leiter der Abteilung für Finanzkriminalität bei RevolutEin weiterer gefährlicher Trend sind Betrugsmaschen im Zusammenhang mit sogenannten BLIK-Überzahlungsrückerstattungen. Die Täter überweisen dem Opfer einen kleinen Betrag und rufen dann mit der Bitte an, ihn auf eine andere Nummer zurückzuüberweisen. Auf diese Weise gelangen die legalen Mittel des Nutzers zu den Betrügern, und er selbst kann unwissentlich in den Prozess der Geldwäsche aus anderen Straftaten verwickelt werden.
Mentioned People
- Krzysztof Gawkowski — Vize-Premierminister und Digitalisierungsminister, der über die Rekordzahl von Cyberangriffen informiert.
- Woody Malouf — Leiter der Abteilung für Finanzkriminalität bei Revolut.