Schatzkanzlerin Rachel Reeves wird am kommenden Dienstag eine Frühjahrsbekanntmachung abgeben, die keine bedeutenden fiskalischen Ankündigungen enthalten soll. Während die Opposition und einige Abgeordnete der Labour-Partei eine dringende Reform des Studentenkreditsystems fordern, signalisiert die Regierung, dass wirtschaftliche Stabilität weiterhin Priorität hat. Reeves wird sich auf die Aktualisierung der Haushaltsprognosen konzentrieren und drastische Änderungen in der Steuerpolitik vor dem Herbstbudget vermeiden.
Zurückhaltende Frühjahrsbekanntmachung
Rachel Reeves hat angekündigt, dass die Ansprache am Dienstag kurz sein und keine wesentlichen Entscheidungen über Steuern oder Ausgaben enthalten wird.
Keine Bewertung der fiskalischen Regeln
Das OBR wird diesmal keinen Bericht über die Einhaltung der Schuldenregeln der Regierung vorlegen, was den Druck auf die Schatzkanzlerin verringert.
Krise der Studentenkredite
Die Regierung steht unter wachsendem Druck, das Rückzahlungssystem zu reformieren, das Absolventen mit hohen Zinsen belastet.
Warnung vor einer Lücke von 30 Milliarden Pfund
Das IFS weist darauf hin, dass eine Begrenzung der Zuwanderung die Steuereinnahmen erheblich verringern und den Haushaltsausgleich erschweren könnte.
Die bevorstehende Rede von Schatzkanzlerin Rachel Reeves im Unterhaus wird als Versuch gesehen, die Märkte nach einer Reihe von Steuererhöhungen im vergangenen Jahr zu beruhigen. Statt eines traditionellen Budgets wird die Öffentlichkeit lediglich eine Aktualisierung der wirtschaftlichen Prognosen hören, die vom Office for Budget Responsibility erstellt wurden. Reeves betont, dass sie das Herbstbudget zum einzigen bedeutenden fiskalischen Ereignis des Jahres machen möchte, was der wirtschaftlichen Planbarkeit dienen soll. Dieses Mal wird die Aufsichtsbehörde keinen Bericht veröffentlichen, der bewertet, ob die Regierung ihre fiskalischen Regeln zur Schuldenreduzierung einhält, was der Schatzkanzlerin mehr Spielraum bei der kurzfristigen Verwaltung der öffentlichen Finanzen gibt. Parallel dazu wächst der politische Streit über das Studentenkreditsystem Plan 2, das laut Kritikern zu einer „Schuldenfalle“ geworden ist. Die konservative Parteichefin Kemi Badenoch und eine Gruppe von über 20 Labour-Abgeordneten üben Druck auf Premierminister Keir Starmer aus und fordern eine Senkung der Zinssätze sowie eine Anhebung der Einkommensgrenze, ab der die Rückzahlung der Verpflichtungen beginnt. Obwohl der Premierminister versprochen hat, das System „gerechter“ zu gestalten, dämpft Schatzkanzlerin Reeves die Hoffnungen auf schnelle Veränderungen und bezeichnet die bevorstehende Bekanntmachung lediglich als Präsentation von Prognosedaten. Bildungsministerin Bridget Phillipson verteidigte die jüngste Entscheidung, die Rückzahlungsschwelle einzufrieren, mit dem Argument, dass der Staat mit haushaltspolitischen Einschränkungen konfrontiert sei. Unabhängige Institute, darunter das Institute for Fiscal Studies, warnen vor den langfristigen Auswirkungen des Rückgangs der Nettozuwanderung, die zu einer Haushaltslücke von 30 Milliarden Pfund führen könnten. Eine geringere Zahl ausländischer Arbeitskräfte führt zu geringeren Steuereinnahmen, was die Regierung in Zukunft möglicherweise zu weiteren Anpassungen der öffentlichen Ausgaben zwingt. Trotz dieser Herauslagen sieht die aktuelle Strategie der Labour-Partei vor, abrupte Maßnahmen in der Mitte der Parlamentsperiode zu vermeiden und sich darauf zu konzentrieren, einen nachhaltigen Wachstumspfad für das BIP zu entwickeln, der Reformen zu einem späteren Zeitpunkt finanzieren kann.Das britische Studentenkreditsystem wurde 2012 durch die Koalitionsregierung aus Konservativen und Liberal-Demokraten radikal umgestaltet, was zu einer Verdreifachung der Studiengebühren und einer Finanzierung der Universitäten durch kommerzielle Schulden der Absolventen führte.„It is just a forecast, rather than a fiscal event like the budget.” (Es ist nur eine Prognose, kein fiskalisches Ereignis wie das Budget.) — Rachel Reeves
Mentioned People
- Rachel Reeves — Schatzkanzlerin des Vereinigten Königreichs
- Keir Starmer — Premierminister des Vereinigten Königreichs
- Kemi Badenoch — Vorsitzende der Konservativen Partei
- Bridget Phillipson — Bildungsministerin des Vereinigten Königreichs