Die europäischen Märkte erleben heftige Turbulenzen nach der Veröffentlichung der Finanzergebnisse wichtiger Akteure. Adidas enttäuschte Anleger trotz Rekordumsätzen im vergangenen Jahr mit vorsichtigen Gewinnprognosen für 2026, was zu einem Kurssturz der Aktie führte. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen radikale Veränderungen im Aufsichtsrat an: Der ägyptische Milliardär Nassef Sawiris soll dessen Vorsitz übernehmen, und der Vertrag des derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Björn Gulden wird bis 2030 verlängert.

Adidas senkt Gewinnprognose

Trotz Rekordumsätzen im Jahr 2025 erwartet das Unternehmen aufgrund von Zöllen und geopolitischer Instabilität geringere Gewinne.

Nassef Sawiris neuer Aufsichtsratschef

Der ägyptische Milliardär soll den Vorsitz des Aufsichtsrats von Adidas übernehmen und damit die eigentümernahe Aufsicht stärken.

Verlust bei der Continental-Gruppe

Der Reifenhersteller verlor 165 Mio. Euro aufgrund von Abschreibungen und Kosten für strukturelle Veränderungen in der Organisation.

Probleme des Herstellers Traton

Umsatzrückgang um 7% im Segment der Nutzfahrzeuge aufgrund von Behinderungen im Handelsaustausch.

Die Börsensitzung vom 4. März 2026 stand im Zeichen hoher Volatilität im Konsumgüter- und Industriesektor. Der Hauptverlierer des Tages war Adidas, dessen Aktienkurs nach Veröffentlichung der Finanzprognosen für das laufende Jahr stark einbrach. Obwohl der Sportartikelhersteller einen Umsatzanstieg von 13% im vergangenen Jahr vermeldete, löste die Ankündigung eines niedrigeren als erwarteten Betriebsgewinns einen Aktienverkauf aus. Die Unternehmensführung verweist auf globale Herausforderungen, darunter potenzielle Zölle in den Vereinigten Staaten, die Krise im Nahen Osten und ungünstige Währungsschwankungen als Hauptrisikofaktoren. Als Reaktion auf die Marktunsicherheit bereitet sich die Hauptversammlung der Aktionäre auf personelle Veränderungen vor. Neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats soll Nassef Sawiris, der reichste Mann Ägyptens, werden, was als Signal für eine Stärkung der investorenorientierten Ausrichtung des Unternehmens gewertet wird. Zudem erhielt Björn Gulden, der die Marke seit zwei Jahren erfolgreich aus der Krise nach der Beendigung der Zusammenarbeit mit Kanye West führte, ein Mandat zur Leitung des Unternehmens bis 2030. Dem Aufsichtsrat soll auch Mathias Döpfner, der Chef des Medienkonzerns Axel Springer, beitreten. Die deutsche Sport- und Automobilindustrie bildet seit Jahrzehnten das Rückgrat der Exportstärke des Landes, doch die derzeitige globale Verlangsamung zwingt diese Giganten zur tiefgreifendsten Restrukturierung seit der Finanzkrise von 2008.Parallel zu den Meldungen aus Herzogenaurach legten andere Industrieunternehmen ihre Daten vor. Der Reifenhersteller Continental verzeichnete einen Verlust von 165 Millionen Euro, verursacht durch Kosten der Restrukturierung, prognostiziert jedoch eine Stabilisierung der Ergebnisse im weiteren Jahresverlauf. Traton, die zum Volkswagen-Konzern gehörende Lkw-Herstellerin, kämpft mit einem Umsatzrückgang von 7% aufgrund von Störungen im internationalen Handel. Vor diesem Hintergrund sticht die Schweizerische Nationalbank (SNB) positiv hervor, die ihre Bereitschaft zu Interventionen auf dem Devisenmarkt zur Stabilisierung des Frankens bestätigte. „Ich fühle mich mit 60 fitter als mit 50.” — Björn Gulden

Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die 13% Umsatzsteigerung als Erfolg von Guldens Strategie. Konservative und Finanzmedien konzentrieren sich auf die enttäuschenden Gewinnprognosen und den Börsenrückgang.

Mentioned People

  • Björn Gulden — Vorstandsvorsitzender von Adidas, dessen Vertrag bis 2030 verlängert wurde.
  • Nassef Sawiris — Ägyptischer Milliardär, Kandidat für den neuen Vorsitz des Aufsichtsrats von Adidas.
  • Mathias Döpfner — Chef von Axel Springer, für den Aufsichtsrat des Sportartikelherstellers vorgeschlagen.