Die italienischen Behörden haben ihre Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in der Hauptstadt intensiviert und eine moderne Polizeiwache am Bahnhof Termini eingeweiht. Gleichzeitig hat das Innenministerium eine Vereinbarung mit der Region Latium unterzeichnet, wonach bisher illegal besetzte Wohnungen in die Hände der Sicherheitskräfte übergehen. Diese Maßnahmen fallen mit alarmierenden Berichten über Personalmangel bei der Carabinieri und Kontroversen um Gerichtsurteile bezüglich der Organisation Sea Watch zusammen.
Neue Wache an Termini
Die Eröffnung der Polmetro-Basis im Herzen des römischen Verkehrsknotenpunkts soll die Reaktionsgeschwindigkeit verbessern und die Sichtbarkeit der Streifen unter Tausenden von Fahrgästen erhöhen.
Ater-Wohnungen für Sicherheitskräfte
Das Pilotprogramm in Latium übergibt Wohnungen, die aus illegalen Besetzungen zurückgewonnen wurden, an Beamte, um gefährliche Gegenden zu revitalisieren.
Personalkrise der Carabinieri
Bei den Carabinieri fehlen über 10.000 Uniformierte, was nach Angaben des Kommandos die operationellen Fähigkeiten der Formation im ganzen Land tatsächlich beeinträchtigt.
In Rom wurde der neue Sitz der Polmetro an der Schlüsselstation Termini eröffnet. An der Zeremonie nahm Innenminister Matteo Piantedosi teil, der die Bedeutung der Präsenz der Polizei an Orten mit dem höchsten Verkehrsaufkommen betonte. Seit 2025 hat diese Einheit über 36.000 Personen identifiziert und 78 Festnahmen vorgenommen. Die Sicherheit der Fahrgäste wird durch ein System von 5.000 Überwachungskameras unterstützt, die vom Verkehrsbetrieb Atac verwaltet werden. Das Präventionskonzept soll in Zukunft auf entferntere U-Bahn-Stationen ausgeweitet werden, um den Bürgern einen Anlaufpunkt in Gefahrensituationen zu bieten. Parallel dazu haben das Innenministerium und die Region Latium eine Vereinbarung über Wohnungen getroffen, die von Ater verwaltet werden. Die Wohnungen, die von illegalen Besetzern zurückgewonnen wurden, werden in Dienstwohnungen für Angehörige der Ordnungskräfte umgewandelt. Das Pilotprojekt zielt nicht nur auf soziale Unterstützung der Uniformierten ab, sondern soll auch durch die physische Präsenz von Gesetzeshütern in den Gebäuden das Sicherheitsgefühl in den Randbezirken Roms erhöhen. Die italienischen Sicherheitskräfte kämpfen seit Jahren mit Problemen bei Budget- und Personalmangel, was eine Folge der Sparpolitik nach der Finanzkrise von 2008 ist, die den Generationenwechsel in der öffentlichen Verwaltung verlangsamte. Trotz dieser Investitionen bleibt die Personalsituation in den italienischen Sicherheitskräften schwierig. Der Comandante Generale der Carabinieri, Salvatore Luongo, informierte über einen Mangel von fast 10.200 Beamten, was etwa 8,5 % des gesetzlich vorgesehenen Personalbestands entspricht. Minister Piantedosi räumte ein, dass dieses Problem seit Jahrzehnten bestehe. Darüber hinaus kündigte der Innenminister an, Berufung gegen Urteile bezüglich der Organisation Sea Watch einzulegen, verteidigte die migrationspolitische Regierungslinie und verwies auf einen Rückgang der Zahl illegaler Ankünfte in Italien. Im Zusammenhang mit der Untersuchung zu Vorfällen im Mailänder Stadtviertel Rogoredo versicherte der Minister die volle Transparenz der Polizeiarbeit und erklärte, dass die Behörden im Falle von Unregelmäßigkeiten in den eigenen Reihen keine Nachsicht walten lassen würden.
Mentioned People
- Matteo Piantedosi — Italienischer Innenminister, Teilnehmer an der Einweihung der Polmetro-Basis.
- Salvatore Luongo — Kommandierender General der Carabinieri, der vor Personalmangel warnt.
- Roberto Gualtieri — Bürgermeister von Rom, anwesend bei den offiziellen Feierlichkeiten.