Die größten Akteure im Bergbausektor haben Jahresberichte vorgelegt, die die unterschiedliche Verfassung der Branche zeigen. Während Rio Tinto trotz sinkender Eisenpreise stabile Gewinne verzeichnete, kündigte Glencore nach gescheiterten Fusionsgesprächen eine Ausschüttung von 2 Milliarden Dollar an Aktionäre an. Anglo American hingegen kämpft mit einem gewaltigen Verlust von 3,7 Milliarden Dollar, was eine radikale Restrukturierung und eine Wertberichtigung bei der Diamantensparte De Beers erzwingt.
Milliardenschwerer Verlust von Anglo American
Der Konzern schrieb 3,7 Milliarden Dollar aufgrund der Krise auf dem Diamantenmarkt ab und plant den Ausstieg aus unrentablen Kohleassets.
Stabilisierung der Ergebnisse von Rio Tinto
Trotz eines Rückgangs der Eisenerzpreise um 14% hielt das Unternehmen die Dividende dank Gewinnen aus dem Abbau von Kupfer und Aluminium aufrecht.
Glencore belohnt Aktionäre
Der Schweizer Gigant wird 2 Milliarden Dollar nach einem erfolgreichen Jahr ausschütten, trotz des Scheiterns der Fusionsgespräche mit Rio Tinto.
Wachsende Bedeutung von Kupfer
Teck Resources verzeichnet Rekordergebnisse dank der Elektrifizierung und der steigenden Nachfrage nach Rohstoffen, die für die Energiewende unerlässlich sind.
Der Bergbausektor schließt das Geschäftsjahr im Schatten globaler wirtschaftlicher Umbrüche und sich ändernder Rohstoffpreise ab. Der britisch-australische Gigant Rio Tinto meldete einen bereinigten Gewinn von 10,87 Milliarden Dollar, was in etwa dem Vorjahreswert entspricht, aber leicht unter den Analystenerwartungen liegt. Als Hauptbremse erwiesen sich niedrigere Preise für Eisenerz, verursacht durch eine nachlassende Nachfrage in China. Die negativen Tendenzen konnten teilweise durch höhere Kupferpreise und eine gesteigerte Aluminiumproduktion ausgeglichen werden. In einer deutlich schwierigeren Lage befindet sich der Konzern Anglo American, der einen Nettoverlust von 3,7 Milliarden Dollar bekannt gab. Dieses Ergebnis ist die Folge einer enormen Wertberichtigung bei De Beers, dem berühmten Diamantenproduzenten, der mit einer Krise auf dem Luxusgütermarkt zu kämpfen hat. Das Unternehmen kündigte bereits einen Plan zum Ausstieg aus dem Diamanten- und Kohlesektor an, um sich auf Kupfer und Mineraldünger zu konzentrieren. Gleichzeitig läuft der Prozess der Vereinigung mit dem kanadischen Unternehmen Teck Resources, das dank der Konjunktur auf dem Kupfermarkt solide Quartalsgewinne vorweisen konnte. Die Geschichte des globalen Bergbaus ist ein Zyklus großer Fusionen und Übernahmen; in den Jahren 2007–2008 erlebte die Branche eine Konsolidierungswelle im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar, die die heutige Machtverteilung auf dem Rohstoffmarkt prägte. Der schweizerische Konzern Glencore hingegen beschloss trotz eines leichten Rückgangs des Betriebsgewinns auf 17,1 Milliarden Dollar, 2 Milliarden Dollar für Dividenden und Aktienrückkäufe bereitzustellen. CEO Gary Nagle betonte, dass das Unternehmen nach dem jüngsten Scheitern der Fusionsverhandlungen mit Rio Tinto über eine Fusion im Wert von 240 Milliarden Dollar weiterhin offen für künftige Konsolidierungsmöglichkeiten sei. Der Energiesektor des Konzerns verzeichnete schwächere Ergebnisse aufgrund stabiler Kohlepreise, doch der Ölhandel brachte solide Geldzuflüsse. „Als Branche müssen wir relevanter sein. Die Größe unseres Geschäfts ist entscheidend, wenn die von uns geförderten Rohstoffe zum Spielball der Politik werden.” — Gary Nagle Bereinigte Gewinne der Bergbaugiganten für 2025: Rio Tinto: 10.87, Glencore: 17.1, Anglo American: -3.7, Teck Resources: 1.1 240 Mrd. $ — sollte der Wert der geplanten, aber nicht zustande gekommenen Fusion zwischen Rio Tinto und Glencore betragen
Mentioned People
- Gary Nagle — CEO von Glencore, der sich für eine Konsolidierung der Bergbaubranche einsetzt, um ihre politische Bedeutung zu erhöhen.
- Alex Cohen — Reporter von Reuters, der einen Bericht über die Finanzergebnisse des Unternehmens Deere & Co. vorbereitet.